|
|
02.März 2010: Babies und Kleinkind Früherkennung hormonell bedingter Störungen der Sexualität
| Artikel drucken |
Neugeborene Kinder mit Testosteron-Überschuss
Eines von etwa 10 000 neugeborenen Kindern in Deutschland leidet unter dem sogenannten adrenogenitalen Syndrom (AGS) - eine angeborene Erkrankung der Nebenniere. Wird das AGS bei der Neugeborenen-Untersuchung nicht entdeckt und hormonell behandelt, kann sich bei den betroffenen Kindern ein lebensbedrohlicher Salzverlust entwickeln. Bei Mädchen besteht außerdem die Gefahr, dass sie dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden. Wie Ärzte eine frühe Diagnose und eine korrekte Geschlechtszuweisung sicherstellen können, ist ein Thema der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie am Mittwoch, den 3. März 2010, in Leipzig.
Ursache des AGS ist ein genetischer Stoffwechseldefekt in der Nebenniere.
Diese bildet Cortisol, Aldosteron, aber auch männliche Hormone wie Testosteron. Durch den Enzymdefekt entstehen bereits im Mutterleib zu viele männliche Hormone. Die Folgen sind bei den betroffenen Mädchen schon bei der Geburt sichtbar. "Fast alle Mädchen haben ein vermännlichtes äußeres Genital", erklärt Professor Dr. med. Helmuth G. Dörr, Kinder- und Jugendklinik der Universität Erlangen. Die Mädchen leiden beim AGS auch unter einer Störung der sexuellen Differenzierung, die heute Disorder of Sexual Development genannt wird und können fälschlicherweise dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden. Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen kommt es unbehandelt aufgrund der erhöhten männlichen Hormone zu einer verfrühten Pubertät.
Ein weiteres Symptom von AGS kann ein Salzmangel sein. Das Hormon Aldosteron steuert in der Niere den Salz- und Flüssigkeitshaushalt. Aufgrund des Aldosteron-Mangels besteht bei den Erkrankten bereits im Säuglingsalter die Gefahr eines lebensbedrohlichen Verlustes von Salzen. Diese tritt bei schweren Formen der AGS auf: Die Säuglinge erbrechen häufig, sie verlieren an Gewicht und werden zunehmend apathisch. "Ohne Aldosteron drohen die Kinder auszutrocknen und erkranken in den ersten Lebenstagen und Wochen lebensbedrohlich", meint Professor Dörr.
Die schweren Folgen können durch eine frühe Diagnose und eine frühe hormonelle Behandlung vermieden werden. "Es ist ein Fortschritt, dass die Untersuchung auf AGS heute Teil der Neugeborenen-Untersuchungen ist", meint Professor Dörr. Der Hormon-Experte sieht jedoch noch Aufklärungsbedarf im klinischen Alltag: "Werden weibliche Neugeborene bei der Geburt fälschlicherweise dem männlichen Geschlecht zugeordnet und der Irrtum erst bei den Symptomen eines Salzverlustes oder noch später entdeckt, sind die betroffenen Familien und auch die Patientin extremen psychosozialen Belastungen ausgesetzt." Wie Patienten mit AGS lebenslang versorgt werden sollten, ist deshalb eines der Tagungsthemen des 53. Symposions der DGE vom 3. bis 6. März 2010 in Leipzig. Auf der Pressekonferenz am 3. März im Universitätsklinikum Leipzig informiert Professor Dr. Helmut G. Dörr über aktuelle Erkenntnisse. Universität Leipzig | Pressemitteilungen | Nummer: 2010/055 vom 26.02.2010
| |
Artikel drucken
|
|
|
Copyright © 2000-2010 RATIO2000 - Alle Rechte vorbehalten Diese Seite ist nicht kommerziell,frei von jeglicher Werbung und hat keine wie auch immer gearteten Sponsoren. RATIO2000 ist das private Projekt von Sabine Henke-Werner und Klaus Werner (im weiteren "Seitenbetreiber" genannt), welches wir ausschließlich in unserer Freizeit betreiben! Wir möchten mit dieser Seite dem Internetpublikum eine Plattform zur Veröffentlichung und dem Austausch von Informationen bieten. Wir übernehmen in keiner Weise eine wie auch immer geartete Verantwortung, insbesondere für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Verfügbarkeit oder Verwendbarkeit der hier hinterlegten Daten zu irgendeinem Zweck. Wir behalten uns das Recht vor, Veröffentlichungen von Texten ohne Angabe von Gründen zu verweigern, dies gilt insbesondere für Texte mit extrem gewalttätigen, rechts- oder linksextremen, oder pornografischen Inhalten. Inhaltlich verantwortlich sind alleine die Verfasser der jeweiligen Texte und Kommentare. Soweit nicht anders vermerkt, liegt das Copyright für die auf dieser WebSite verwendeten Texte, Bilder und Fotos ausschließlich bei den Seitenbetreibern! Wir sind bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von uns selbst erstellte Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen.
Sie können die Titelzeilen unserer neuesten Beiträge über die Dateien backend.php oder ultramode.txt direkt in Ihre Homepage einbinden. Crawler friendly page
|